Ecstasy
(XTC, E, Adam)
= Methylen-Dioxy-Meth-Amphetamin = MDMA
MDMA ist, für sich gesehen, eine reine Substanz und keine Mischung. Du wirst es hauptsächlich in Pillenform antreffen, mit verschiedenen Aufdrucken (Halbmonde, Tauben Kronen ...) versehen.
MDMA hat einen ausgeprägten, starken und eher bitteren Geschmack. Als "Ecstasy" wird häufig MDMA mit Beimengungen (Amphetamin, 2CB, MDEA, Koffein und vieles andere) angeboten - was in einer Pille genau drin ist, weißt Du vorher nie genau!
Gebrauch
- Oral
- Nimm eine möglichst kleine Dosis. Man kann die Pille auch teilen. Ein halbes E genügt für ErstgebraucherInnen meist, besonders für Frauen und kleine Personen
Wirkung (Reines MDMA)
Ecstasy verbindet zwei gegensätzliche Wirkungen miteinander: Anregung und Entspannung.
Dazu kommt eine einfühlende Eigenschaft - man sagt, Ecstasy öffne das Herz.
- Nach 20-60 Minuten setzt die Wirkung ein
- Es beginnt mit einem schwachen Kribbeln
- Der Mund wird trocken und Deine Pupillen erweitern sich
- Es wirkt angstlösend und kontaktsteigernd
- Hemmschwellen werden abgebaut
- Gesteigertes Selbstvertrauen
- Berührungen und Musik werden intensiver empfunden
- MDMA wirkt nur schwach halluzinogen
- Die Wirkung hält 4-8 Stunden an
- Der "Kater" (Du fühlst Dich müde und depressiv) kann 2 Tage anhalten
- Die Erfahrungen von KonsumentInnen reichen von einem Schlafbedürfnis bis zur Paranoia. Sie werden von Faktoren mitbestimmt, die "SET" und "SETTING" genannt werden: Darunter versteht man die Erwartung an die Wirkung der Droge / die Rauscherfahrung ("SET") und die Stimmung und Umgebung zum Zeitpunkt der Einnahme ("SETTING")
Mögliche Kurzzeitfolgen des Ecstasykonsums
- Anstieg der Körpertemperatur
- Nach stundenlangem Tanzen kann ein Hitzschlag durch den extremen Flüssigkeitsverlust die Folge sein, also genug Trinken, aber KEINEN Alkohol
- Erhöhter Blutdruck, Herzjagen, Schweißausbrüche und Magenkrämpfe können entstehen
- Kieferkrämpfe
- Psychosen und chronische Depressionen können sich herausbilden
- Bei Abklingen der Wirkung kann ein Ecstasykater einsetzen in Form von Depressionen, niedriger Frustrationstoleranz und Angst
Mögliche Folgen bei Dauerkonsum
- Toleranzausbildung, d.h. der Rausch kann durch Dosissteigerung nicht mehr erlangt werden. Nach 4-12 Wochen Pause kann ein Rausch wieder voll erlebt werden, da der Körper diese Zeit zur Regeneration braucht
- Bei häufigem Gebrauch können Abmagerung, Leber und Nierenschäden auftreten
- Neurotoxizität (Nervenschädigungen) wird noch diskutiert
- Psychosen und chronische Depressionen können sich herausbilden
Mögliche Langzeitschäden
- Über Langzeitfolgen von regelmäßigen Ecstasy-Konsum ist bislang nur sehr wenig bekannt. Allzu häufiger und hochdosierter Konsum kann aber möglicherweise zu bleibenden Hirnschäden führen.
- Im Tierexperiment wurden irreparable Gehirnschäden festgestellt- inwieweit diese Ergebnisse auf Menschen übertragbar sind, ist noch nicht eindeutig belegt
- Psychische Abhängigkeit ist möglich
Vorsicht bei Überdosierung
Die Dosierung sollte 100mg nicht überschreiten. Eine zu hohe Dosis MDMA läßt allein
den antriebssteigernden Effekt auftreten (Speedeffekt), ohne die ausgleichende wohltuende Wirkung zu empfinden. Bei einer extrem hohen Dosis erhöht sich die Gefahr von Vergiftungserscheinungen im Körper.
Folgen sind z.B.: veränderter Blutdruck, extremer Temperaturanstieg und der Ausfall der Nierenfunktion.
Auftretende Symptome sind:
Herzklopfen, Muskelkrämpfe, Lähmungserscheinungen, Übelkeit, Erbrechen, Panik
und Halluzinationen. Welche Ecstasydosis tödlich wirkt, ist bisher ungeklärt und hängt zudem vom Einzelfall ab.
Mischkonsum und Gegenanzeigen
Ecstasy wird häufig mit anderen Substanzen kombiniert.
- Speed, Kokain und große Mengen Koffein (etwa in sog. "energy drinks" wie "Flying horse" oder "Red Bull") verursachen Streß, z.T. Panikreaktionen und das Gefühl des Aufgebrauchtseins.
- In Kombination mit Alkohol führt Ecstasy schnell zu Selbstüberschätzung und Leichtsinn.
- Die Wirkung von Ecstasy in Kombination mit LSD ist unkalkulierbar. Insbesondere psychische Probleme können hier schnell auftreten.
- THC (Cannabis, Marihuana) kann die Ecstasywirkung dämpfen, aber auch entgegengesetzte Effekte haben. So reaktiviert Cannabis häufig wieder die Ecstasywirkung. Die Droge kann für das Runterkommen von E ("come down") jedoch auch im Einzelfall psychische Probleme zur Folge haben.
- Auch bei emotionalem Druck, wenn Du Dich ängstlich, gestreßt oder beunruhigt fühlst, ist es nicht ratsam, die Droge einzunehmen.
- Ecstasy vermindert Deine Fahrtüchtigkeit. Fahre weder Auto oder Fahrrad, noch nimm sonst aktiv am Straßenverkehr teil.
Safer-Use
Hinweise zu einem risikomindernden Umgang mit Ecstasy
Ecstasy sollte keinesfalls konsumiert werden bei:
- Herz-Kreislauf-Beschwerden, Herzrhythmus-Störungen
- Leber- oder Nierenvorschädigungen
- Asthma, Epilepsie, Diabetes, Bluthochdruck
- Wenn eine Schwangerschaft vorliegt
- Wenn Du Dich gerade schlecht fühlst
- Benutze Ecstasy niemals als Stimmungsaufheller oder Problembeseitiger
- Ecstasy ist eine Gelegenheitsdroge, nimm sie in großen Intervallen
- Konsumiere Ecstasy nur in einer für Dich angenehmen Atmosphäre
- Wenn Du nicht gleich eine Wirkung verspürst, nimm nicht gleich eine zweite Dosis. Warte mindestens 2 Stunden mit dem Nachlegen. Überdosierungen sind gefährlich.
- Mischkonsum ist Mist, außerdem killt Speed die E-Wirkung
- Wer Ecstasy konsumiert, sollte viel trinken, am besten Säfte und Mineralwasser
- Wärmestau durch Kopfbedeckung beim Tanzen kann einen Hitzschlag verursachen
- Sich zwischenzeitlich Ruhepausen gönnen
- Sich an der frischen Luft abkühlen
- Auf andere Drogen ganz verzichten
- Aus der Ecstasyeinnahme in Verbindung mit exzessivem Partyleben kann eine starke Beeinflussung des weiblichen Organismus (z.B. der Periode) resultieren. Diese Tatsache sollte bei der Schwangerschaftsverhütung beachtet werden.
- Beim Ecstasy-Kater nach dem Runterkommen helfen viel Vitamin C, eine heiße Dusche, frische Klamotten und ausreichend Schlaf.
- Bei Ecsatykonsum: HÄNDE WEG VOM STEUER
MDMA untersteht dem Betäubungsmittelgesetz. Durch die illegale Produktion ist eine Qualitätskontrolle der angebotenen Tabletten so gut wie unmöglich. Es gibt immer wieder Pillen, die den Wirkstoff MDMA nicht enthalten, sondern diverse andere Stoffe (z.B. Ketamin, 2CB, MDEA, MDA).
Jeder Ecstasykonsum birgt Risiken. Informationen helfen, die Risiken besser einzuschätzen. Ausschließen kann man sie nie.