GHB steht für Gamma-Hydroxy-Butyrat (oder auch 4-Hydroxy-Buttersäure) und ist ca. vor 30 Jahren erstmals künstlich hergestellt worden. In der Medizin wurde es kurz nach Entdeckung als Narkosemittel und als Hilfsmedikament beim Alkoholentzugsdelir eingesetzt.
GHB wirkt sehr widersprüchlich:
In geringen Dosen euphorisierend; in höheren Dosen narkotisierend. Eine genaue
Dosierung für den gewünschten Effekt ist zudem schwierig, da diese individuell sehr unterschiedlich sein kann. Dies sind auch die Gründe, warum GHB immer mehr als Narkosemittel an Bedeutung verlor und in Deutschland kaum noch verwendet wird.
Illegal hergestelltes GHB ist bisher in aller Regel flüssig auf dem Deutschen
Markt aufgetaucht und wird in kleinen Ampullen und Flaschen verkauft. Der Stoff ist geruchs- und farblos (manchmal aber auch eingefärbt) und schmeckt leicht seifenartig und salzig.
Die Wirkung von GHB beginnt ca. 15 Minuten nach oraler Einnahme und hält zwei bis vier Stunden an, in Einzelfällen aber erheblich länger (bis zu einem ganzen Tag). Durch neue Einnahme wird versucht, die Wirkdauer zu verlängern. Obwohl GHB in der Szene als "liquid ecstasy" oder auch als "fantasy" bekannt ist, entspricht seine chemische Zusammensetzung in keiner Weise der von Ecstasy (MDMA). So wirkt es zwar euphorisierend, es fehlen allerdings, sowohl die einfühlsamen, als auch harmonisierenden Wirkaspekte, wie sie von Ecstasy bekannt sind. Eine Dosis von 0,75 - 1,5 g bewirkt ein leicht entspannendes beruhigendes Gefühl, Beschwingtheit, leichte Trunkenheit und gleichzeitige sexuelle Stimulation ist nicht ausgeschlossen. Starker Rededrang kann auftreten. Bei einer höheren Dosis von 1 - 2,5 g wird der Entspannungseffekt bis hin zur Schläfrigkeit verstärkt und die motorischen Fähigkeiten sind wesentlich eingeschränkter. Ab einer Dosis von 2,5 g kann sich tiefer (komaähnlicher) Schlaf bis zur Bewußtlosigkeit einstellen. Beim Spritzen des Stoffes, wie in der medizinischen Anwendung üblich, erhöht sich das Wirkpotential auf ungefähr das Vierfache gegenüber oralen Gebrauch, die Wirkung setzt schon nach 2-4 Minuten ein und entfaltet sich sehr viel schneller. Vom Injizieren raten wir generell ab.
Welche Risiken bestehen bei GHB?Ein besonderes Risiko bei der Einnahme von GHB liegt, wie bei vielen Substanzen, die unerlaubterweise verkauft werden, darin begründet, daß keinerlei Qualitätskontrollen bestehen. Auch werden beim Kauf der Substanz kaum Hinweise zu Risiken und Nebenwirkungen mitgegeben. Folglich ist auch der Grad an Reinheit der Substanz und ihre Konzentration (bzw. Dosierung) für den Konsumenten nicht ohne weiteres zu erschließen. Hierdurch besteht das Risiko einer akuten Vergiftung durch GHB. Hinzu kommt, dass GHB bei jeder Person unterschiedlich wirken kann. Je höher die Dosis, desto wahrscheinlicher treten Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühle auf. Außerdem können bei Überdosierung Krämpfe, komatöse Zustände, starke Verwirrtheit, Gedächtnisstörung, Atembeschwerden, Muskelverspannung und motorische Probleme auftreten. Langzeitwirkungen konnten bislang kaum systematisch erforscht werden
WechselwirkungenGHB lässt die Wirkung vieler anderer Drogen verstärkt wirken. Gefährlich ist GHB beim gleichzeitigem Konsum von Alkohol (Alkohol verstärkt die Wirkung des GHB) und Opiaten (GHB verstärkt die atemlähmende Wirkung von Opiaten = Erstickungsgefahr). Vergiftungsfälle, vor allem durch erhebliche Überdosierung und Wirkungsverstärkung durch Einnahme weiterer Mittel sind berichtet, einzelne Todesfälle ebenfalls.
Safer- useGHB unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz, wohl aber dem Arzneimittelgesetz. Wer GHB abgibt oder verkauft, macht sich strafbar.
Jeder GHB-Konsum birgt Risiken. Informationen helfen die Risiken besser einzuschätzen. Ausschließen kann man sie nie.
C/o Indro e.V. Münster, Artur Schroers,1998 und Rüdiger Schmolke, eclipse e.V.