Lachgas

Lachgas untersteht seit August 99 dem Arzneimittelgesetz. Wer Lachgas abgibt oder verkauft, macht sich also strafbar.

Lachgas, die chemische Formel dafür lautet N2O (Distickstoffmonoxid), ist ein farb- und geruchloses, leicht süßlich schmeckendes und chemisch reaktionsträges Gas. Bei unsachgemäßer Herstellung von Lachgas können jedoch giftige Nebenprodukte wie Kohlenmonoxid, Stickoxide, Amoniak und Salpetersäure entstehen. Reines Lachgas gilt als eines der ungiftigsten und nebenwirkungsärmsten Narkotika überhaupt und findet seit über 100 Jahren Anwendung in der Medizin.

Lachgas ist in Form von Kapseln (Kapseln für Sahnespender) und in Gasflaschen erhältlich. Die Einnahme von Lachgas kann auf die verschiedensten Arten erfolgen. Eine Möglichkeit ist, das Gas aus dem Lagerbehälter in einen Luftballon umzufüllen und dann in aller Ruhe aus dem Ballon zu inhalieren. Ein Luftballon kostet um die 5,-DM und reicht vollkommen.

Die Wirkung von Lachgas wird individuell sehr unterschiedlich empfunden. Die Wirkung setzt nach etwa 5 bis 10 Sekunden ein und dauert zwischen 30 Sekunden und 4 Minuten.

Nach dem kurzem Kick ist man nach anderthalb bis maximal drei Minuten wieder völlig klar. Durch Konsum von vielen Ballons in einem relativ kurzen Zeitraum, wird ein gewisser Pegel erreicht, der sich in einem Gefühl des "Breitseins" äußert und die Kicks bei weiteren Ballons werden weniger heftig. Nach einer Pause von einer halben bis ganzen Stunde verschwindet aber auch diese leichte Toleranz wieder.

Gefahren und Risiken

Die Wirkung von Lachgas kann aber auch zu kurzfristigen emotionalen Überreaktionen führen, bei denen man das Gefühlserleben nicht mehr steuern kann. Depressive Verstimmungen sind bei sehr häufigem Konsum nicht selten.

Außerdem:

Die größte Gefahr beim Lachgaskonsum ist die anhaltende Unterversorgung mit Sauerstoff, die zu bleibenden Hirnschäden führen kann. Daher sollte man unbedingt die Finger von sämtlichen Techniken lassen, die bei einer eventuell auftretenden Bewußtlosigkeit die Sauerstoffaufnahme verhindern. Bewußtlosigkeit kann bei dauerhaftem Einatmen von Lachgas schneller eintreten als man denkt. Meist merkt man erst beim Aufwachen, daß man überhaupt weggetreten war.

Zu diesen Techniken gehört beispielsweise das Inhalieren von reinem Lachgas über eine fest vor dem Gesicht angebrachte Atemmaske oder aus einer über den Kopf gestülpten Plastiktüte. Ebenfalls nicht ausprobieren sollte man das Inhalieren direkt aus einer Gasflasche oder Kapsel, denn bei der Expansion des Gases erfolgt eine sehr starke Abkühlung der Umgebung, die zum Festfrieren der Lippen am Ventil oder im Extremfall zum Einfrieren des Kehlkopfes und der Stimmbänder und somit zu irreparablen Schäden führen kann. Also, wenn konsumiert wird, ist der Ballon die beste Applikation!

Die sicherste Position des Körpers für die Dauer des Konsums und des Rausches ist eine liegende oder sitzende Stellung. Solange man die Wirkung einer Portion Lachgas nicht genau abzuschätzen weiß, kann die Einnahme im Stehen Probleme bereiten, da man für kurze Zeit "wegtreten" kann und so bei eventuellen Stürzen Verletzungen drohen.

Auf Lachgas verzichten sollten Menschen

Wechselwirkungen

Der Mischkonsum mit Ecstasy und Speed kann problematisch sein, da es bei Lachgas in Einzelfällen zu einer abnormalen Körpertemperaturerhöhung kommen kann. Diese könnte unter Amphetamin bzw. Amphetaminderivate schon bestehende Hyperthermie (Überhitzung) verstärken.

Bei gleichzeitigem Konsum von Lachgas und Alkohol sind Übelkeit und Erbrechen möglich.

Wenn man mal wieder so richtig gegast hat, sollte man sich am Tag danach eine genügende Dosis Vitamin B12 zuführen, denn Lachgas inaktiviert im Körper das Vitamin B12 durch Oxidation. Bei Langzeitkonsumierenden kann es daher zu einem zeitweiligen Verlust der Kontrolle über den Bewegungsapparat, insbesondere der Arme und Beine, kommen.

Jeder Lachgaskonsum birgt Risiken. Informationen helfen, die Risiken besser einzuschätzen. Ausschließen kann man sie nie.

© Hanfblatt, Juli 1997

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