MTA
Substanz MTA,eine Kurzbezeichnung für einen Abkömmling (Derivat) des Amphetamin (Speed, Pep) mit der chemischen Formel 4-Methylthioamphetamin, ist eine neue psychoaktive Substanz, die derzeit in niederländischen Smartshops als Pillen mit 135 mg Wirkstoff angeboten werden. Für unerfahrene User ist dies bereits eine sehr hohe Dosierung.
2-CT-2 ist die Kurzbezeichnung für ein Amphetamin aus der Gruppe der Phenethylamine mit der chemischen Formel 2,5 Dimethoxy-4-Ethylthiophenethylamin, das von dem Chemiker Alexander Shulgin entwickelt wurde. Die molekulare Verbindung ist schon seit einigen Jahren bekannt. Eine Pille enthält - sofern sie in niederländischen Smartshops verkauft wird - 8 mg wirksame Substanz.Wirkung
MTA bewirkt im menschlichen Gehirn - vergleichbar dem Ecstasywirkstoff MDMA - eine Freisetzung des Botenstoffs Serotonin. Der Neurotransmitter Serotonin reguliert verschiedene Abläufe im menschlichen Organismus. Eine verstärkte Freisetzung von Serotonin hat beim Menschen Einfluß auf Verhalten, Gefühl, Stimmung und Motorik. Nach der Ausschüttung von Serotonin dauert es eine gewisse Zeit, bis dieser körpereigene Stoff wieder ausreichend im Gehirn angereichert ist. MTA hat sowohl eine stimulierend-antriebssteigernde als auch eine entspannende Wirkung. Die als "sanft" zu beschreibende Wirkung von MTA setzt nach ungefähr einer Stunde ein. Die Wirkungszeit beträgt 5 bis 7 Stunden. Konsumenten berichten, daß sie nach der Einnahme von MTA ein warmes Energiegefühl im Körper wahrnehmen. Darüber hinaus stellt sich ein entspannter Zustand ein.
Das Phenethylamin 2-CT-2 ist - im Gegensatz zu MTA und MDMA - in seiner Wirkung mit LSD ("Pappen", "Trips") vergleichbar: Bei einer Dosis von 16 mg wird die Umwelt verändert wahrgenommen. Sie gerät in Bewegung, Strukturen verschwimmen, es entstehen visuelle Bilder und die Farbwahrnehmung wird stärker. Auch das Musikerleben und Körperempfinden wird intensiver erlebt. Du fühlst Dich weich und nimmst ein warmes Energiegefühl im Körper wahr. Unter kontrollierten Bedingungen (therapeutisches Umfeld) kann 2-CT-2 der Introspektion (Einblick in das eigene Selbst) förderlich sein. Die Wirkung der Substanz beginnt nach einer halben bis zu 1 Stunde und dauert in der Regel zwischen 6-7 Stunden an. Damit ist die Wirkzeit des "Trips" eindeutig kürzer als die von LSD. Insgesamt sind auch die wahrnehmungsverändernden Effekte im Vergleich zum LSD nicht so stark. Das stark euphorische Gefühl, das häufig beim Gebrauch von Ecstasy (MDMA) einsetzt und die harmonisierende Wirkung des MDMA stellen sich weder beim Konsum von MTA noch bei 2-CT-2 ein.
Risiken und Nebenwirkungen
Die Risiken und Komplikationen als Folge einer nicht mehr zu kontrollierenden Überhitzung (Hyperthermie) von MTA sind vergleichbar mit denen des Amphetamin- und Ecstasygebrauchs. Bei Tierversuchen (Experimente mit Ratten) konnte bislang keine Gehirnschädigungen nachgewiesen werden. MTA an sich scheint demnach auch nicht neurotoxisch zu sein. Die Einnahme von MTA ist allerdings mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden. Es wird von Unbehagen, Übelkeit und Augenzittern berichtet.
Der 2-CT-2-"Trip" kann sehr unangenehm erlebt werden. Insbesondere bei höheren Dosierungen schlagen die Erfahrungen mit 2-CT-2 schnell ins Negative um. So können sowohl physische Probleme eintreten als auch Übelkeit, Brechreiz und Durchfall. Aber auch auftretende Wahrnehmungsveränderungen und die Auswirkungen auf Psyche und Gefühlserleben können problematisch erlebt werden.
Mischkonsum und Gegenanzeigen
Der kombinierte Gebrauch mit Substanzen, die ebenfalls im Gehirn wirken, zum Beispiel Speed, MDMA, MDEA und MDA, kann möglicherweise das Gehirn (besonders das Serotoninsystem) schädigen - das gilt insbesondere für MTA. Es gibt bislang keine Untersuchungen zum kombinierten Gebrauch mit anderen Genußmitteln (zum Beispiel: Alkohol Nikotin oder Koffein). Eine Gefahr für die Gesundheit kann in diesem Fall nicht ausgeschlossen werden. Vom Konsum der Substanzen MTA und 2-CT-2 ist insofern abzuraten. Insbesondere bei nachfolgenden Voraberkrankungen: Erkrankungen der Organe, bei Herzgefäßerkrankungen sowie bei hohem Blutdruck, Diabetes, Epilepsie und Erkrankungen des Gehirns (neurologisches Krankheitsbild). Auch bei psychischer Erkrankung, bei der Einnahme bestimmter Medikamente (z.B. Antidepressiva), bei Schwangerschaft und in der Stillzeit sollten die Substanzen auf keinen Fall genommen werden.
Jeder MTA- und 2-CT-2-konsum birgt Risiken. Informationen helfen, die Risiken besser einzuschätzen. Ausschließen kann man sie nie.
© Arthur Schroers, Münster 1998